Glossar · Netz

BGP (Border Gateway Protocol)

Das Border Gateway Protocol ist die Wegfindung zwischen den autonomen Systemen des Internets: Jedes Netz sagt an, welche Adressen über es erreichbar sind, und die anderen wählen daraus ihre Wege.

So funktioniert es

BGP ist die Sprache zwischen autonomen Systemen. Ein System sagt den Nachbarn, welche Adressblöcke über es erreichbar sind; die Nachbarn tragen es weiter, mit dem eigenen Namen in der Wegekette. So erfährt jedes System, über welche Kette eine Adresse erreichbar ist, und wählt nach Regeln, welchen Weg es bevorzugt. Eine Ansage ist Werbung: Wer einen Weg ansagt, verspricht, dass er trägt.

Welcher Weg gewinnt, entscheiden Regeln, nicht Meter: lokale Vorlieben zuerst, dann die Kürze der Wegekette, dann Details wie bezahlte oder getauschte Wege. eBGP spricht zwischen Systemen, iBGP trägt das Gelernte im eigenen System weiter. Und Wege brauchen Zeit: Eine neue Ansage läuft in Minuten um die Welt, nicht in Augenblicken; bis dahin antwortet jeder mit dem, was er zuletzt gehört hat.

Warum es wichtig ist

Nahezu alles, was das Internet verbindet, läuft über diese Wegfindung. Sie ist dezentral und erprobt, und sie vertraut den Worten der Nachbarn: Eine falsche Ansage verbreitet sich so, wie eine richtige es täte. Betreiber filtern deshalb, was sie annehmen, und beobachten ihre Wege.

Die Geschichte des Protokolls kennt versehentliche Umleitungen und gezielte Entführungen von Adressraum. Darum prüft, wer es ernst meint: Filter an den Grenzen, Herkunftsnachweise per RPKI und Beobachtung der eigenen Präfixe von außen. Vertrauen bleibt, aber es wird nachgerechnet.

Bei obhut

Ein eigenes Netz mit eigener AS-Nummer steht bei obhut auf der Roadmap. Bis dahin läuft der Pilot auf dedizierten Servern in Nürnberg, und die Wegwahl ins Netz gehört dem Rechenzentrumsbetreiber.