Glossar · Netz
Autonomes System (ASN)
Ein autonomes System ist ein Netzverbund unter einer einheitlichen Regelung, der im Internet unter einer eigenen Nummer auftritt, der AS-Nummer, und seine Wege über BGP ansagt.
So funktioniert es
Das Internet ist in autonome Systeme gegliedert, jedes unter einer Nummer, die eine Registry wie die RIPE NCC vergibt. Nach außen tritt das System als ein Netz auf, auch wenn es innen aus vielen Teilen besteht. Seine Wege sagt es über BGP an, und die Wege anderer empfängt es über dieselbe Sprache. Ob Ansagen, Filter oder Wegwahl: Die Regeln stellt jedes System für sich selbst auf, daher der Name.
Nach außen kauft oder tauscht jedes System Wege: Transit heißt die bezahlte Verbindung nach oben, über die alles erreichbar wird; Peering heißt der direkte Austausch mit einem anderen System, meist ohne Geld, über gemeinsame Knoten. Große Netze peeren viel und kaufen wenig, kleine kaufen viel und peeren wenig. Dahinter stehen Verträge und Filter: Was ein System ansagt und was es übernimmt, ist Politik in Routing-Sprache.
Warum es wichtig ist
Die AS-Nummer ist der Name, unter dem ein Netz im Routing bekannt ist. Wer einen führt, führt seine Wege selbst: entscheidet, wem er ansagt, welche Wege er übernimmt und wie er Ausfälle auffängt. Für Anbieter, die an mehreren Standorten stehen, ist sie die Voraussetzung für Anycast.
Mit der Nummer kommt Verantwortung: Eine falsche Ansage eines Systems verbreitet sich wie eine richtige, bis jemand sie bemerkt. Darum sichern Betreiber ihre Ansagen zusätzlich ab, etwa mit RPKI, das die Herkunft eines Adressblocks belegt, und filtern, was sie von Nachbarn übernehmen. Wer seine Wege selbst führt, haftet für sie mit seinem Namen im Netz.
Bei obhut
Die eigene AS-Nummer und der eigene Adressraum stehen bei obhut auf der Roadmap. Sie sind der offene Punkt vor Anycast, und sie entscheiden, wessen Regeln zwischen Nutzer und Edge gelten.
Bis dahin gelten die Regeln des Rechenzentrumsbetreibers.